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Hybridtechnik ist im kommen

Eingereicht on 10. Dezember 2013 – 20:50

Experten erwarten bis 2020 steigende Nachfrage bei Elektromobilität für die Hybridtechnik

Nicht nur größere Akkus, sondern auch die Vernetzung des Elektroautos können die Reichweite vergrößern. Hierzu zählt beispielsweise ein intelligentes Lademanagement an den entsprechenden Ladesäulen. - Foto: djd/Bosch, Gasoline Systems

Nicht nur größere Akkus, sondern auch die Vernetzung des Elektroautos können die Reichweite vergrößern. Hierzu zählt beispielsweise ein intelligentes Lademanagement an den entsprechenden Ladesäulen. – Foto: djd/Bosch, Gasoline Systems

Wer heute bereits ein Hybrid-Auto fährt, erntet meist neugierige Fragen zur Funktionsweise der Technik. Die Fahrzeuge, die einen klassischen Verbrennungsmotor und einen Elektroantrieb miteinander kombinieren, nehmen auf bundesdeutschen Straßen kontinuierlich zu. Und Experten sind sich einig, dass sich dies in den kommenden Jahren fortsetzen wird: So prognostiziert Bosch für das Jahr 2020 einen weltweiten Absatz von 6,5 Millionen Strong Hybrid-Fahrzeuge, drei Millionen Plug-in-Hybriden mit Auflademöglichkeit sowie 2,5 Millionen reinen Elektrofahrzeugen. Die Elektrifizierung des Autofahrens schreitet mit großen Schritten voran – jedoch ohne dass der Verbrennungsmotor von gestern wäre. Der konventionelle Antrieb sorgt bei den Hybrid-Fahrzeuge im Wechselspiel mit E-Motor und Batterie nicht zuletzt für hohe Reichweiten.

Weniger Verbrauch, geringere Emissionen
Die Vorteile der alternativen Antriebe liegen auf der Hand: Der Kraftstoffverbrauch sinkt um bis zu 25 Prozent beim Strong-Hybriden, im selben Schritt gehen die Emissionen zurück, ohne dass sich die Fahrleistungen ändern. Ganz im Gegenteil: Da der Elektromotor gerade “von unten heraus” für ein kräftiges Drehmoment sorgt, bieten Hybrid-Fahrzeuge aus dem Stand einen kräftigen Durchzug sowie eine verbesserte Elastizität etwa bei Überholmanövern. Die doppelte Motorisierung macht Sinn: Der Verbrennungsmotor ermöglicht auch lange Fahrten, etwa in den Urlaub – unabhängig von der Reichweite des Elektroantriebs. Und auch das elektrische Fahren weist klare Vorteile auf: Kurze Strecken können rein elektrisch und damit annähernd geräuschlos zurückgelegt werden – etwa wenn man am frühen Morgen leise aus der Garage fährt, ohne die Nachbarschaft zu wecken.

Verbrennungsmotor und Elektromotor treiben gemeinsam oder wechselweise das Auto an - ohne dass der Fahrer darauf Einfluss nehmen müsste. - Foto: djd/Bosch, Gasoline Systems

Verbrennungsmotor und Elektromotor treiben gemeinsam oder wechselweise das Auto an – ohne dass der Fahrer darauf Einfluss nehmen müsste. – Foto: djd/Bosch, Gasoline Systems

Fahrweise ändert sich nicht
Doch muss man das Autofahren mit einem der jetzigen Hybrid-Fahrzeuge nicht neu erlernt werden? Diese Frage stellen sich viele Verbraucher.

“Der Fahrer braucht sich nicht umzustellen”, sagt Bosch-Experte Simon Czerny. “Den Wechsel zwischen Elektro- und Verbrennungsmotor regelt die Elektronik vollkommen selbstständig, ohne dass man dies überhaupt bemerkt.”

Sie gehört ebenso wie der Elektromotor, das Batteriesystem und das rekuperative Bremssystem, das Energie zurückgewinnt, zu den wesentlichen Bausteinen eines Hybridfahrzeugs.

Hybridtechnik kommt in Fahrt

Vom Kleinwagen bis hin zu sportlichen Reiselimousinen sind bereits viele Hybridmodelle verschiedener Hersteller erhältlich. Unterschiedlich sind dabei die Antriebskonzepte, vom “Strong-Hybrid” bis hin zum “Plug-in-Hybrid”. Eine Besonderheit bei der zweiten Kategorie: Die Batterie wird nicht nur laufend im Fahrbetrieb gespeist, sondern kann zusätzlich an der Steckdose mit Energie versorgt werden. “So kann man jeden Abend das Auto zu Hause in der Garage aufladen und typische Fahrstrecken zur Arbeit und zurück rein elektrisch und emissionsfrei zurücklegen”, so Czerny weiter. Zusätzlich werden zukünftig noch preisgünstigere Varianten der Elektrifizierung verfügbar sein, wie beispielsweise ein sogenanntes Boost Recuperation-System: Hier wird Energie beim Bremsen zurückgewonnen und anschließend zum Beschleunigen genutzt – so lässt sich nach Angaben von Bosch der Verbrauch um bis zu 15 Prozent senken.

Segeln mit dem Auto
Eine für den Fahrer als sehr angenehm erlebte Funktion des Hybrids ist die Segelfunktion, erläutert Czerny: Insbesondere Fahrten auf Autobahnen und Landstraßen mit leichtem Gefälle bieten sehr gute Voraussetzungen für die Segelfunktion. Der Verbrennungsmotor wird abgeschaltet und das Fahrzeug gleitet ohne Motorbremswirkung dahin. Es nutzt allein den vorhandenen Schwung und “segelt” emissionsfrei und geräuschlos weiter. Dank dieser Vorteile für den Autobesitzer entwickelt sich die Elektromobilität nach und nach aus einem Nischengeschäft immer mehr zum Massenmarkt.

Vom Strong-Hybrid bis zum Plug-in-Hybrid ist längst nicht gleich Hybrid. Hier werden die verschiedenen Konzepte kurz erklärt:

  • BCS (Boost Recuperation-System): sozusagen der Einstiegshybrid für die Mittelklasse. Er nutzt das regenerative Bremsen und ermöglicht laut Bosch Kraftstoffeinsparungen von bis zu sieben Prozent.
  • Strong-Hybrid: Das permanente Zusammenspiel von Elektromotor, Batterie und Verbrennungsmotor ermöglicht Einsparungen von 15 bis 25 Prozent.
  • Plug-in-Hybrid: Die Batterien dieser Modelle lassen sich an der Steckdose – idealerweise mit Ökostrom – aufladen. Für längere Strecken, wenn die Reichweite des Elektromotors nicht ausreicht, ist zusätzlich ein Verbrennungsmotor an Bord. Die Kraftstoffersparnis liegt nach Angaben von Bosch bei 65 bis zu 90 Prozent.

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